Genau 365 Tage Trainer des TSV 1860: Michael Köllners starkes Jahr

Am 9. November 2019 übernahm Michael Köllner beim TSV 1860 – und spielte in seiner ersten Saison lange um den Aufstieg mit. Wie fällt die Bilanz des Löwen-Trainers bislang aus?

München - Man mag sich nicht vorstellen, was losgewesen wäre am Samstag im Grünwalder Stadion, wenn Fans auf den Tribünen zugelassen wären. Sprechchöre hätte es mit Sicherheit für Matchwinner Dennis Dressel gegeben – nach seinem Viererpack. Aber vermutlich wäre auch ein Mann in die Kurve gerufen worden, der einen nicht unerheblichen Anteil an den Siegen und an der Spielweise des TSV 1860 hat und der mittlerweile seit einem Jahr in Giesing tätig ist: Michael Köllner. 365 Tage Giesing: Zeit, eine kleine Bilanz zu ziehen.

In 35 Pflichtspielen betreute der Oberpfälzer seine Löwen bislang, 17 Mal durfte er dabei über einen Sieg jubeln. Zehn Unentschieden gab's (vier Mal in Folge blieb man etwa im Februar dieses Jahres sieglos) und acht Niederlagen. Macht im Schnitt 1,74 Punkte pro Spiel – ein durchaus starkes erstes Jahr.

Zum Vergleich: Löwen-Ikone und Vorgänger Daniel Bierofka erreichte insgesamt einen Punkteschnitt von 1,75 – allerdings auch nach alles in allem 105 Spielen und 857 Tagen im Amt. Die Trainer Vitor Pereira und Kosta Runjaic hat Köllner sowohl tage- wie punktemäßig längst hinter sich gelassen. Die Löwen spielten in der vergangenen Saison lange um den Aufstieg mit. Aktuell steht die Mannschaft auf Tabellenplatz zwei – die Richtung stimmt.

Neue Taktik, erfrischender Fußball

Doch nicht nur die Punkteausbeute stimmt unter Köllner bislang beim TSV 1860. Auch die Art und Weise, wie auf Giesings Höhen Fußball gespielt wird, überzeugt. Der Dauer-Antreiber an der Seitenlinie hat der Mannschaft um Kapitän und Oldie Sascha Mölders einen frischen, laufintensiven Fußball mit auf den Weg gegeben, stellte zudem auf ein sehr variables 4-1-4-1-System um.

Rückstände bringen die Mannschaft zudem nicht mehr so oft aus dem Konzept. Und: Köllner hat es wie wenig andere vor ihm geschafft, Ruhe in den Verein zu bringen. Nicht nur mit seinen Spielern scheint der Trainer gut klarzukommen, auch mit der allgemeinen Gemengelage hat sich der 50-Jährige schnell arrangiert. Das war bei Trainern, die von "außen" kamen, nicht immer der Fall.

Ein durchaus positives erstes Jahr also, das Michael Köllner mit und beim TSV 1860 erlebt hat. Kein Wunder, dass der Coach seinen Vertrag vor Kurzem bis 2022 verlängert hat. Was fehlt, ist nun (nur) noch der Aufstieg – und wieder Fans im Grünwalder Stadion.

Quelle: Abendzeitung München
9. November 2020
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