1860: Vom Reaktions- in den Aktionsmodus

München/Giesing · Die Münchner Löwen verabschieden sich mit einem Auswärtssieg (1:0) beim Sportclub Preußen 06 Münster in die Winterpause und bleibt damit im siebten Spiel in Folge ungeschlagen. Neu-Trainer Michael Köllner und sein Stab haben der Mannschaft einen Grad an Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten verliehen, der Anhänger und Medien überrascht. Die Perspektive hat sich gedreht.

Prognostiziert worden war ein sportlicher Absturz. Stattdessen überwintern die Löwen in gesicherten Gefilden der Tabelle – neun Punkte nach unten, vier Punkte nach oben. Mutlosigkeit, Resignation und Zweifel begleiten manchen Löwenfan ebenso wie grenzenloser Optimismus, sobald ein paar Spiele gewonnen sind. Weniger überrascht von der Entwicklung der Mannschaft dürfte Geschäftsführer Günther Gorenzel sein. Der Sportdirektor, der Anfang des Jahres zum Geschäftsführer befördert wurde, hatte nach Transferschluss im Sommer angesichts des zur Verfügung stehenden Kaders eine sportlich sorgenfreie Saison angekündigt.

Nach der überraschenden Demission von Trainer Daniel Bierofka im November präsentierte Gorenzel umgehend einen geeigneten Nachfolger an der Grünwalder Straße. Seit der Oberpfälzer Michael Köllner das Amt in Giesing übernommen hat, ist ein Mentalitätswandel spürbar. Sein Einstand ist gelungen. Köllner reagierte auf Verletzungsausfälle arrivierter Kräfte mit Kreativität und Pragmatismus. Spieler, die zuvor keine Chance auf Einsätze hatten, wie Kristian Böhnlein oder Noel Niemann, spielen plötzlich wieder eine Rolle im Teamgefüge.

Die Mannschaft wechselte auf dem Spielfeld vom Reaktions- in den Aktionsmodus. Köllner lässt gerne mit zwei Stürmen spielen. Neben dem erfahrenen Sascha Mölders kommt Prince Osei Owusu regelmäßig zum Einsatz. Davon profitiert auch der Routinier. Sechs Treffer und zwei Torvorbereitungen in den letzten sieben Spielen durch Mölders sind ein deutliches Zeichen dafür. Mit Neuzugängen in der Wintertransferperiode ist beim TSV 1860 nicht zu rechnen. Dafür kehren mit Quirin Moll, Nico Karger und Stefan Lex drei Spieler aus dem Krankenstand zurück, die für die Verhältnisse in der Dritten Liga als hochkarätige Verstärkungen gelten dürfen.

(as)

Quelle: Münchner Wochen Anzeiger
23. Dezember 2019
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